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Malen statt Meditation – Immer mehr Erwachsene greifen zum Malbuch

Lehrerinnen tun es, aber auch Banker, Frauen und Männer, Studenten und Rentner – quer durch alle Bevölkerungsschichten und rund um den Globus ist ein beinahe vergessenes Relikt der Kindheit zum Megatrend geworden: Das Malbuch.

Malen fuer Erwachsene

Kinderkram für Erwachsene also? Nein. Die Malbücher sind anspruchsvoll, komplex und häufig extrem kleinteilig. Immerhin verfügen die meisten Erwachsenen über mehr Geduld, Konzentrationsfähigkeit und Feinmotorik als Sechsjährige. Allerdings haben die meisten auch mehr Stress als Sechsjährige, und genau das erklärt die immense Dynamik, die bei Herstellern und Händlern von Malstiften gerade für einen Boom bis hin zu Sonderschichten sorgt. Der Grund, warum so viele Erwachsene zu bunten Stiften greifen, ist nämlich so simpel wie einleuchtend: Abschalten vom Alltag, Stressabbau, Ruhe und Entschleunigung.

 

 

Am Ende steht immer ein Erfolgserlebnis.

Malen für Erwachsene ist also ein höchst aktueller Spiegel der Gesellschaft, in der es vielen schwer fällt, einfach mal zehn Minuten still dazusitzen. Ausmalen wird zu einer Alternative zu Entspannungstechniken wie autogenem Training oder Meditation. Schon werden die ersten Diplomarbeiten zum Thema vergeben. Das Ergebnis liegt eigentlich auf der Hand: Das ruhige Ausfüllen vorgegebener Flächen macht es leicht, sich zu konzentrieren, ohne dabei Adrenalin ausschütten zu müssen. Die individuelle Farbgestaltung hat unendlich viele Möglichkeiten und lässt so auch Kreativität zu. Statt ratlos vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen, kann man direkt loslegen – und zudem kann das „Kunstwerk“ nie misslingen. Am Ende steht immer ein Erfolgserlebnis.

Malbuch Overshoulder

Auslöser des Booms war die Schottin Johanna Basford. Die Textildesignerin entwarf zunächst Tapetenmuster und Flaschenetiketten, bevor sie 2011 den ersten Auftrag für ein Malbuch annahm – unter der Bedingung, dass es Malbücher für Erwachsene werden. Ihre letzten beiden Bücher „Secret Garden“ und „Enchanted Forest“ verkauften sich über zehn Millionen mal in mehr als 40 Ländern. Auch wenn die häufig sehr detaillierten Vorlagen Zeit und Geduld brauchen: Jeder kann damit zum Selfmade-Künstler werden. Man muss nichts lernen und nicht mal eine Anleitung durchlesen. Ein paar Tipps seien trotzdem erlaubt:

Welches Malbuch?

  • Die Motive: Von tropischer Tierwelt über verwunschene Schlösser bis zu versteckten Gärten gibt es Bücher, die unter einem Motto stehen. Inzwischen gibt es auch Bücher mit Themen aus TV-Sendungen und Hobbies und die guten alten Mandalas gibt es auch immer noch. Wählen sie das, was Ihnen spontan gefällt!
  • Der Schwierigkeitsgrad: Blättern Sie einfach mal durch. Wenn Sie denken „Oh weh, das sind aber viele Felder“, dann wählen Sie eines mit etwas großflächigeren Motiven. Es gibt auch Bücher im Postkartenformat, mit denen man erst mal ausprobieren kann.
  • Der Autor: Die Bücher von Johanna Basford sind Kult, aber längst nicht die einzigen auf dem Markt. Schauen Sie sich im Fachhandel um und entscheiden Sie nach Bauchgefühl. Zum ersten Ausprobieren können auch Motive aus dem Internet heruntergeladen werden. 

Welche Stifte?

  • Fineliner: Sie eignen sich für besonders kontrastreiche und leuchtende Zeichnungen und sind in vielen verschiedenen Farbnuancen erhältlich, so dass Sie mit feinen Abstufungen arbeiten können.
  • Fasermaler: Wenn Sie etwas großflächigere Motive gewählt haben, greifen Sie am besten zum Fasermaler. Bei identischen Farben können Sie auch zunächst mit dem Fineliner vorzeichnen und mit dem Fasermaler ausfüllen.
  • Buntstifte: Sie sind perfekt für besonders künstlerische Werke, da Sie mit ihnen nicht nur den Farbton, sondern auch je nach Intensität des Aufdrückens Schattierungen und individuelle Nuancen verwirklichen können. Denken Sie daran, einen hochwertigen Spitzer zu besorgen.
  • Keine Scheu vor Experimenten: Bevor Ihnen langweilig wird, versuchen Sie es mit Tinten-, Pastell- oder Wasserfarb-Stiften oder malen Sie einfach mal Schwarz-Weiß. 

Schauen Sie sich im Fachhandel um und entscheiden Sie nach Bauchgefühl.

Erwachsene Hand malt in einem Malbuch
Buntstifte im Becher

Sonst noch was? Finden Sie Ihren Lieblingsplatz zum Malen – am Küchentisch, auf dem Sofa, im Garten. Wenn Sie nicht alleine sein wollen mit Ihren Werken, gibt es in den sozialen Netzwerken, bei Twitter und Instagram zahllose Werke Gleichgesinnter.

Hier können Sie sich inspirieren lassen und/oder Ihre eigenen Bilder einstellen. Und eins noch: Setzen Sie sich bloß keinen Termin, wann ein Bild fertig ausgemalt sein soll!