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Business-Knigge im Ausland – andere Länder andere Sitten

Egal ob Auslandspraktikum, Selbstständigkeit im Ausland oder „nur“ eine Geschäftsreise: Was in Deutschland als normales Verhalten gilt, kann im Ausland völlig unhöflich sein. Es empfiehlt sich, sich über die Gepflogenheiten am Reiseziel kundig zu machen, damit man nicht unwissend in ein Fettnäpfchen nach dem anderen stapft. Ein kleiner Einblick in die vielfältige und breite Welt des Business-Knigge im Ausland:

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Begrüßung

In China und Japan verbeugt man sich zur Begrüßung. Europäern wird auch häufig die Hand gereicht. Achten Sie darauf, die Hand nicht zu lang und zu fest zu drücken. Das gilt auch bei unseren Nachbarn in Frankreich. Amerikaner erwarten hingegen einen kräftigen Händedruck. In England wird häufig auf den Händedruck ganz verzichtet, Italiener fügen ihm gerne noch eine Umarmung hinzu. In Russland sollten Sie einer Frau nur die Hand reichen, wenn sie es zuerst tut. Während etwa Franzosen viel Wert auf die Nennung ihres Titels legen, ist er Amerikanern wenig wichtig. Die Anrede mit Vornamen ist in den USA auch im Geschäftsleben nicht unüblich. Anfangs aber auf jeden Fall mit Nachnamen und Mr. oder Mrs. begrüßen! Viel wichtiger als in Deutschland ist in vielen Ländern die Visitenkarte. In Japan und China wird sie mit großem Respekt behandelt. Die Karte wird mit beiden Händen gereicht und entgegengenommen. Es gilt als grob unhöflich, die Karte sofort wegzustecken. In arabischen Ländern wird die Karte nur mit der rechten Hand überreicht.

Gastgeschenke

Schlagen Sie Einladungen nie ab. Das gilt beinahe auf der ganzen Welt als unhöflich. Bringen Sie aber dem Gastgeber etwas mit. In China und Japan ist das Gastgeschenk bei einer Einladung ein Muss. Dabei ist die Verpackung wichtiger als der Inhalt oder der Wert. Es darf auch ruhig kitschig sein. In Russland hingegen sollten sie nicht sparen – der Preis des Geschenks spielt eine wichtige Rolle. In Frankreich besser keinen Wein mitbringen, da sonst der Eindruck entsteht, der Gastgeber könne nicht selbst für guten Wein sorgen. In China meiden Sie Schnittblumen, da diese in der Regel bei Todesfällen mitgebracht werden. In Frankreich gilt das gleiche für Chrysanthemen.

Kommunikation

Geht es um geschäftliche Kommunikation müssen Deutsche sich fast auf der ganzen Welt umstellen. Kaum irgendwo wird so gerade heraus kommuniziert und so offen Kritik geübt wie bei uns. Schon in England und Frankreich sollten Sie bewusst zurückhaltend und höflich sein, keinesfalls zu selbstbewusst oder gar angeberisch. Kritik ist dort wie auch in den USA sehr sparsam zu verwenden. In asiatischen Ländern ist sogar ein klares Nein schon unhöflich. Meinungen werden eher zwischen den Zeilen geäußert. In Japan gilt: Je weniger der Geschäftspartner selbst sprechen muss, desto ranghöher ist er. Grundsätzlich gilt überall: Stellen Sie Höflichkeit über Direktheit – und bedanken Sie sich oft.

Essen

Tischsitten gibt es wie Sand am Meer. In Schweden sieht man sich beim Toast in die Augen. In Indien wird nur mit der rechten Hand gegessen. In der Schweiz teilt man Kartoffeln mit der Gabel, nicht mit dem Messer. Während in asiatischen Ländern meist erwartet wird, dass ein Rest Reis in der Schüssel gelassen wird (Zeichen des Wohlstands), erwartet man in Dänemark, dass der Teller leer gegessen wird. Schmatzen, Schlürfen, Rauchen und Reden mit vollem Mund gehören in China zu den üblichen Tischsitten, nicht aber das Nase schnäuzen. In Russland sollte der Mann der Frau stets die Rechnung begleichen. In Südkorea kann es Ihnen passieren, dass Sie nach dem Dinner zum Karaoke singen aufgefordert werden. Und in Frankreich mischen Sie bitte niemals Wein mit Wasser!

Smalltalk

Grundregel: Meiden Sie private, verfängliche und kritische Themen wie Politik, Geschichte oder Religion. Das gilt so gut wie überall. In den arabischen Ländern freut man sich, wenn Sie Fragen zum Islam stellen – kritisch sollten sie jedoch besser auch nicht sein. Die Frage nach dem Befinden (auch der Familie) wird dort immer gestellt und auch immer positiv beantwortet. In Amerika geht nichts ohne Smalltalk. Er stellt auch häufig die Weichen für geschäftliche Beziehungen. In Frankreich ist es ein guter Start, den Smalltalk mit einer Entschuldigung zu beginnen, dass man der französischen Sprache nicht mächtig ist. In Russland können Sie mit Kenntnissen in den Bereichen Technik und Wissenschaft punkten. Über Reisen, Sport, Essen, Kultur und das Wetter lässt sich in jedem Land plaudern. Witze über das Gastgeberland sind tabu.