Vorstandsvorsitzender
Stefan Salzer im Mini-Interview
29.01.2026
Was hat dich persönlich an der Rolle des Vorstandsvorsitzes bei Soennecken gereizt?
"Mich fasziniert die „DNA der Veränderung“ bei Soennecken. Ein Unternehmen, das auf 150 Jahre Historie zurückblickt, aber nie stillgestanden hat –
vom Erfinder des Lochers zum modernen Lösungsanbieter. Diese Tradition der Transformation fortzuführen, reizt mich sehr. Als Vater von zwei Kindern erlebe ich zu Hause täglich, was „Lernwelten“ bedeuten. Ich kann mich dadurch mit diesen Produkten und Lösungen voll identifizieren. Außerdem entspricht die Überzeugung, dass man gemeinsam stärker ist, meinem persönlichen Credo. Die Zukunft dieser über Generationen gewachsenen Gemeinschaft aktiv zu gestalten, ist mir eine Herzensangelegenheit.
Zu guter Letzt erlaubt mir die Rolle, meine beiden beruflichen Welten zu vereinen: Die strategisch-analytische Denkweise aus meiner Zeit bei der Boston Consulting Group und die operative „Ärmel-hoch“-Mentalität aus dem Handel und E-Commerce."
Mit Blick auf die nächsten 3 bis 5 Jahre: Wo soll Soennecken aus deiner Sicht stehen?
"Für mich gilt es als erwiesen an: „Transformation hat bei Soennecken Tradition“. Wir werden uns nicht auf dem Status quo ausruhen, sondern uns mutig weiterentwickeln. Wir werden die Stärke unserer Gemeinschaft einsetzen, um den Herausforderungen des Marktes (Margendruck, Konsolidierung, Digitalisierung) nicht nur zu begegnen, sondern sie in Chancen zu verwandeln.
Ich sehe uns als Organisation, die nicht nur Konzepte schreibt, sondern diese schnell und pragmatisch auf die Straße bringt. Dafür werden wir die Synergien zwischen der Zentrale, den Mitgliedern und den Partnern gezielt optimieren. So bleiben wir weiterhin unangefochten die führende Handelskooperation für Arbeits- und Lernwelten im deutschsprachigen Raum."
Welche drei Werte sind dir in der Zusammenarbeit mit Partnern, Mitgliedern und Mitarbeitenden wichtig?
"Niemand gewinnt allein: Ob im Sport oder im Business – Einzelleistungen reichen nicht. Ich glaube fest daran, dass wir die besten Antworten nicht im stillen Kämmerlein finden, sondern im Zusammenspiel aller Abteilungen und Mitglieder. Ich habe oft erlebt, dass man im richtigen Team Magisches schaffen kann. Die rheinische Offenheit schätze ich sehr und mir ist wichtig, dass wir ehrlich miteinander umgehen. Ich brauche die Erfahrung und den Input der Mitarbeitenden und ausdrücklich auch ihren konstruktiven Widerspruch, um gute Entscheidungen zu treffen.
Vor der Lebensleistung der Mitglieder und dem, was das #TeamSoennecken in den letzten Jahrzehnten aufgebaut haben, habe ich großen Respekt. Wie beim Sport (z.B. beim Marathon oder meinem späten Start mit Tennis) ist Demut oftmals die Basis, um Neues zu lernen und sich stetig zu verbessern."
Was möchtest du in den ersten 100 Tagen konkret anstoßen oder erreichen?
"Zuhören und Lernen haben höchste Priorität. Aktuell nehme ich mich selbst daher bewusst etwas zurück. Mein Ziel ist es, in den ersten Wochen so viele Gespräche wie möglich zu führen, um zu verstehen, was Soennecken im Kern wirklich ausmacht. Ich möchte die Menschen hinter Soennecken kennenlernen – sowohl unser #TeamSoennecken, als auch die Mitglieder vor Ort. Vertrauen entsteht durch persönlichen Kontakt. Mir ist es wichtig, schnell tief in die spezifischen Bedürfnisse unserer angeschlossenen Händler und Systemhäuser einzutauchen. Ich habe bereits viele Hinweise erhalten, wo der Schuh drückt. Auch wenn einzelne Themen aktuell emotional aufgeladen sind, ist es mein Ziel, hier zügig und sachlich Lösungen zu finden und uns für eine gemeinsame Zukunft vorzubereiten.
Zusammen mit Georg Mersmann werde ich die Weichen stellen, um nach der „Lernphase“ nahtlos in die Gestaltungsphase überzugehen. Hierfür arbeiten wir gemeinsam mit den Units ehrlich unseren Status quo auf und entwickeln Optionen für die Entwicklung der Soennecken. So können wir schnell Momentum aufbauen."
Worauf dürfen sich Mitarbeitende und Mitglieder mit dir an der Spitze besonders freuen?
"Ich bringe den Anspruch mit, Dinge nicht nur zu durchdenken, sondern zu machen. Mein Leitsatz ist, Denken und Handeln untrennbar zu verbinden – wir werden nicht nur Konzepte schreiben, sondern Ergebnisse liefern.
Man bekommt bei mir das, was man sieht: Einen sportbegeisterten Familienmenschen, der gerne lacht, aber mit der gleichen Hartnäckigkeit an geschäftlichen Zielen arbeitet, wie man sie braucht, um für einen Ultramarathon zu trainieren. Durch meine bisherigen Erfahrungen, u.a. aus dem schnellen E-Commerce-Umfeld, bringe ich einen neuen Blick von außen mit, um frische Impulse zu setzen.
Ich werde niemanden davor bewahren, dass wir uns verändern müssen – aber ich verspreche, dass wir diesen Weg mit Mut und Optimismus gemeinsam gehen, um die Zukunft aktiv zu gestalten."