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 Verrät die Handschrift unseren Charakter? Ein Selbstversuch.

Verrät die Handschrift unseren Charakter? Ein Selbstversuch.

Kann man aus der eigenen Handschrift wirklich Persönlichkeitsmerkmale ablesen? Ist jemand selbstgefällig, wenn er übergroße Anfangsbuchstaben oder auffällig linkslastig schreibt? Ist hingegen ein rechtsschräglastig Schreibender warmherzig und kontaktfreudig? Die Fachleute streiten sich. Unsere Azubine N.N hat es mit einem Selbsttest versucht.

Folgt man den Graphologen, ist jede Schrift einzigartig und trägt einen individuellen Charakter. Die Einzigartigkeit ist belegt. Vergleiche von Handschriften in der Kriminaltechnik werden bei Gericht zugelassen, wenn es zum Beispiel um Urkundenfälschung geht. Die Aussagekraft bezüglich bestimmter Charaktereigenschaften wird hingegen kontrovers diskutiert. Sowohl Gegner als auch Befürworter berufen sich auf wissenschaftliche Studien.

Im Internet kann man inzwischen online seine eigene Handschrift deuten lassen. Wir haben es bei graphologies.de ausprobiert. Der Macher der Seite betont zwar, dass er keinen Besuch beim Graphologen ersetzen kann, der Test soll aber einen Vorgeschmack auf die Leistungen der Experten geben. Na dann los.

Anhand eines kurzen Textes, der abzuschreiben ist, soll N.N in 20 Schritten die eigene Schrift anhand von vorgegebenen Beispielen vergleichen und einordnen. Dabei wird nicht darauf geachtet, ob man eine Schönschrift oder Sauklaue hat. Analysiert werden Merkmale wie Höhe, Größe, Verbindung, Enge, Weite, wie man das „m“ schreibt oder das i-Tüpfelchen setzt. Die Auswertung ergibt, dass N.N selbstbewusst, großzügig, warmherzig und phantasievoll ist. Wer will so etwas wirklich abstreiten. Der „ausgeprägte Ordnungssinn“ von N.N wird jedoch ehrlich in Frage gestellt.

Ein zweiter Versuch, bei dem wir immer die scheußlichste angegebene Variante der Schrift wählen, ergibt ebenfalls noch ein freundliches, positives Ergebnis. N.Ns persönliche Fazit: Naja, aber es hat Spaß gemacht. Schließlich liest man auch Horoskope, obwohl man offiziell nicht daran glaubt.

 

Im Internet kann man inzwischen online seine eigene Handschrift deuten lassen. Wir haben es bei graphologies.de ausprobiert.

Einen wichtigen Nebeneffekt hatte der Test aber auch noch: Das Beschäftigen mit der Handschrift hat bewusst gemacht, wie sehr wir unsere schriftliche Kommunikation heute über Tastaturen und Touch-Screens bestreiten. Dabei weiß jeder, wie schön es ist, eine handgeschriebene Karte zu bekommen und sie mit einem Magnet an den Kühlschrank zu heften. Gleich neben das abgegriffene post-it mit dem handschriftlichen „Ich denk’ an dich!“. Und dabei ist es auch völlig egal, wo das i-Tüpfelchen sitzt.

Soennecken Tipps zur Handschrift.