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Die Geschichte des Schulranzens

Der Schulranzen: Jeder kennt ihn, jeder hatte einen. Doch wussten Sie auch dass das, was heute in vielfältigen Farben und Motiven und höchster Ergonomie auf Kinderschultern hängt, seinen Ursprung beim Militär hatte?

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Um etwas von einem Ort zum anderen zu transportieren, haben schon die Jäger und Sammler Stöcke zu einem Gestell mit Trageriemen verbunden. Aus dieser sogenannten Kraxe entwickelte sich die Kiepe, ein geflochtener Korb mit Riemen. Als eigentlicher Vorläufer des Schulranzens gilt jedoch der Tornister der Soldaten. Holzleisten bildeten für ihn ein stabiles Rahmengestell, das mit Kalbsfell, Segeltuch und Fell bespannt wurde. So vereinte er hohe Stabilität mit geringem Gewicht und erfüllte damit die grundlegenden Anforderungen für den Einsatz im militärischen Bereich.

Zunächst wurden auch Schulranzen fast ausschließlich aus Leder und Leinen gefertigt, teilweise zusätzlich mit Fell kaschiert. Beinahe schlagartig änderte sich dies Mitte der 1970er Jahre.

Seither bestehen die Ranzen fast nur noch aus textilen Geweben und Kunststoffen. Sie bieten dadurch mehr Volumen bei geringerem Gewicht und mehr Tragekomfort. Schnell rückten auch weitere Aspekte in den Mittelpunkt. In der DIN-Norm 58124 sind beispielsweise Anforderungen an Verkehrssicherheit und Gebrauchstauglichkeit von Schulranzen beschrieben. So sollen zum Beispiel mindestens 20 Prozent des Ranzens mit fluoreszierendem Material ausgestattet sein. Auch die Ergonomie wurde immer ausgefeilter. Schulranzen wurden so konzipiert, dass sie den Kinderrücken möglichst wenig belasten.

Heute gibt es eine Fülle an Angeboten, die sich am besten im Fachhandel ausprobieren lassen, denn nicht jeder Kinderrücken ist gleich! Gute Beratung macht nicht nur die Auswahl des Ranzens, sondern auch das Tragen leichter.

 Mindestens 20 Prozent des Ranzens sollten nach DIN-Norm 58124 mit fluoreszierendem Material ausgestattet sein.

Schon immer sahen die Schulranzen für Mädchen und Jungen unterschiedlich aus. Beim frühen Schulranzen aus Leder oder Leinen hatte der Tornister für Jungen eine lange Klappe, der für Mädchen hingegen eine kurze. Verschlossen wurde der für die Jungs mit Riemchen, der für die Mädchen mit sich kreuzenden Riemen auf der Klappe. Durch die beinahe grenzenlosen Möglichkeiten in Farbe und Motiv ist am Schulranzen auch heute fast immer das Geschlecht seines kleinen Trägers abzulesen. Autos und Starwars-Figuren auf der einen, Feen und Pferde auf der anderen Seite.

So selbstverständlich der Schulranzen heute ist, so langsam fand er Verbreitung in seinen Anfängen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts besaßen die Kinder etwas, das sie zur Schule transportieren müssen. Vorher blieben die damals raren Bücher und Unterlagen meist in der Schule. So machen es übrigens die amerikanischen Schüler heute noch. Bücher und Materialien bleiben zumeist in persönlichem Schrankraum in den Schulen. Für den Rest reicht ein leichter Rucksack. In den USA ist der Schulranzen daher bis heute weitestgehend unbekannt.